Fünfschritt
Aus dem Vortrag den Stefan Meretz zum Thema Wem gehört das Wissen auf der 1. Oekonux-Konferenz in Frankfurt gehalten hat:
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__Stufe 1__: Entstehen der neuen Keimformen, die sich später entfalten
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__Stufe 2__: Veränderung der Rahmenbedingungen des alten dominanten Gesamtprozesses ('Krisen')
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__Stufe 3__: Funktionswechsel, vorher unbedeutender Keimformen, zur wichtigen Entwicklungsdimension, neben der, noch den Gesamtprozeß bestimmenden, Funktion (erster Qualitätssprung)
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__Stufe 4__: Dominanzwechsel der neuen Entwicklungsdimension, zur, den Gesamtprozess bestimmenden Funktion (zweiter Qualitätssprung)
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__Stufe 5__: Umstrukturierung des Gesamtprozesses, auf die Erfordernisse, der neuen bestimmenden Entwicklungsdimension
Wichtig ist außerdem, dass man genau klären muß, was genau das untersuchte System ist und was die wesentliche Entwicklungsdimension. Im Falle Freier Software wäre das System die gesamtgesellschaftliche Entwicklung und die Produktivkraftentwicklung wäre die wesentliche Entwicklungsdimension.
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Produktivkraftentwicklung ist IMMER wichtig. Was ist JETZT das Wesentliche? Dass die Selbstentfaltung gesellschaftlicher Individuen im Zentrum steht! (A.S.)
Auch hier ist (wie bei Keimform) der Hinweis wichtig, dass die Analyse dieses "Fünfschrittes" nicht automatisch-schematisch-abstrakt erfolgen kann, sondern nur anhand des jeweils konkreten Materials und insofern auch nur im Nachhinein, weil vor dem qualitativen Sprung bzw. mitten drin ja noch nicht klar ist, was die neue Qualität genau sein wird.
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Zu was ist dieses Schema nützlich ? Wo kommt es her ? --ToKa
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eine art StrukturMuster aus der KritischePsychologie k.
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Es ist auch eine Konkretisierung der Überlegungen, die innerhalb des sog. "dialektischen Materialismus" (z.B in Bezug auf Philosophische Probleme der Biologie) zu qualitativen Entwicklungsprüngen z.B. in der DDR gemacht wurden. Das ist also nicht nur Inhalt der Psychologie, sondern aller Entwicklungsprozesse, die qualitative Sprünge durchlaufen. -Annette S.
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Neue Hinweise von Annette (nach Hütten):
allgemein
Wenn wir diese Analyse "prospektiv" verwenden wollen, schauen wir quasi von der von uns gewünschten Situation aus ("Freie Gesellschaft") "zurück" und ermitteln durch diesen Blick, welcher Weg dahin zu nehmen ist, welche Voraussetzungen dafür notwendig sind. Auf diese Weise bringt diese Sichtweise die Analyse der realen Situation (im Punkt 1) mit der von uns vertretenen konkreten Utopie (im Punkt 5) zusammen. Wir analysieren die Realität mit kritischem Blick und sichern ab, dass das von uns Gewünschte auch möglich und kein Hirngespinst ist... (A.S.)
Stufe 1
In dieser Form ist die 5-Schritt-Analyse von Holzkamp inhaltlich stark eingeschränkt wieder gegeben. Tatsächlich geht es hier nicht nur um Keimformen, sondern um den "Aufweis der realhistorischen Dimensionen innerhalb der jeweils früheren Stufe". D.h. es geht insgesamt darum zu schauen, welche Voraussetzungen für das spätere Neue vorausgesetzt werden müssen. Das ist hier z.B. der "Grad der Produktivkraftentwicklung", z. B. in Form von entwickelten menschlichen Bedürfnissen und Fähigkeiten oder die materiell-technische Basis o.ä.(AS)
(siehe WWW http://www.thur.de/philo/kp/prot9.htm#5)
Stufe 2
Bitte INNERE WIDERSPRÜCHLICHKEIT ergänzen! Bei Holzkamp geht es um den "Aufweis der objektiven Veränderungen der Außenweltbedingungen, mit denen der "innere" Entwicklungswiderspruch... in seinem Umweltpol zustandekommen soll". In der Biologie, für das Holzkamp die Analyse durchführte, sind die Außenfaktoren tatsächlich sehr wesentlich, aber in der Geschichte wäre es zu einseitig, sie so stark zu betonen und dabei die innere Widersprüchlichkeit zu vernachlässigen.
Ich denke, viele Debatten, die die Bedeutung der neuen Informationstechniken und von Software etc. betonen, sehen (euphorisch-voreilig) nur den progressiven Pol der Widerspruchslösung und vernachlässigen die weiter möglichen kapitalistischen Bewegungsformen der entstehenden Widersprüche.(AS)
Stufe 3 und 4
Hier liegt die wesentliche Neuerung gegenüber früheren dialektischen Entwicklungs-Sprungvorstellugnen durch Holzkamp. Neue Faktoren entstehen schon, solange da Alte noch dominiert (Funktionswechsel) und kommen oft erst nach langer Zeit selbst zur Dominanz (Dominanzwechsel). Insofern als Entwicklungstheorie eine mit qualitativen "Sprüngen" angenommen wird, ist eine klare Unterscheidung der Zustände vor und nach dem Dominanzwechsel notwendig, damit der "Übergang" nicht zu kontinuierlich verschwimmt. (AS)
Keimformkritieren
Wenn bei der Frage nach den Keimformen immer wieder nach Kritieren gefragt wird, macht es vielleicht Sinn, meine Bemerkung zum Punkt 1 zu berücksichtigen.
Es sollte deutlich gemacht werden, ob "Keimformen" sich auf die eher allgemeinen Voraussetzungen für das Neue im Punkt 1 beziehen, oder ob diese Voraussetzungen in iher Bedeutung gleich gewichtet sind oder ob es da Wesentlicherer oder Unwesentlichere gibt. Ich denke es gibt hier eine Wichtung: So ist vor allem bei der von uns diskutierten "prospektiven" Anwendung dieser Analyse für eine neue Freie Gesellschaft das Moment der menschlichen Selbstentfaltung im Zentrum und die neuen Vernetzungstechniken usw. haben dafür eher nur Mittelcharakter. Deshalb sind für mich jene Momente "keimformhaft", die sich auf menschliche Selbstentfaltung beziehen und nicht irgendwelche anderen auch vorauszusetzenden Momente. (AS)
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